Der Anfang: WordPress als Handwerk

2009 war WordPress nicht das, was viele heute darunter verstehen. Kein Gutenberg, keine Full-Site-Editing, keine Page-Builder. WordPress war ein CMS — und Custom Themes zu bauen war echtes Handwerk.

Bei miux habe ich WordPress auf ein professionelles Niveau gehoben: Custom Themes mit dem Roots-Stack (Sage, Bedrock, Trellis), provisionierte Environments, CLI-basierte Workflows. Während andere Agenturen Themes aus dem ThemeForest kauften und anpassten, bauten wir jede Seite von Grund auf. Das war aufwändiger — aber die Ergebnisse sprachen für sich: schnellere Ladezeiten, bessere Wartbarkeit, zufriedenere Kunden.

Der Wendepunkt: jQuery reicht nicht mehr

Um 2018 änderten sich die Anforderungen meiner Kunden. Interaktivere UIs, komplexere Datenflüsse, Echtzeit-Updates. jQuery und sprinkled JavaScript wurden zum Bottleneck. Ich brauchte ein reaktives Framework.

Warum Vue.js?

Die Entscheidung fiel bewusst auf Vue.js — nicht auf React oder Angular:

  • Progressiv adoptierbar: Ich konnte Vue in bestehende WordPress-Projekte einbetten, bevor ich komplett umstieg
  • Template-Syntax: Vertraut für jemanden, der aus der HTML/CSS-Welt kommt
  • Single-File Components: Struktur, Logik und Styling in einer Datei — sauber und übersichtlich
  • Community: Weniger Corporate, mehr Community-getrieben. Das passte zu meiner Arbeitsweise

Nuxt als konsequenter nächster Schritt

Vue.js allein löst nicht alles: Routing, SSR, SEO, Build-Optimierung. Nuxt bündelt das in ein Framework, das Konventionen über Konfiguration stellt. Seit Nuxt 2 baue ich praktisch jedes Projekt damit — und mit Nuxt 4 fühlt sich das Ökosystem reifer an denn je.

Was Nuxt besser macht

  • File-based Routing: Keine manuelle Router-Konfiguration
  • Auto-Imports: Composables, Komponenten, Utils — alles automatisch verfügbar
  • Hybrid Rendering: Pre-Rendering für statische Seiten, ISR für dynamische, SSR wo nötig
  • Modul-Ökosystem: SEO, Content, Image Optimization — ein pnpm add entfernt

Die aktuelle Phase: AI als Werkzeug

Seit 2024 integriere ich AI-Tools in meinen Entwicklungs-Workflow. Claude Code als Pair-Programming-Partner, MCP-Server für kontextbezogene Assistenz, LLM-APIs für intelligente Features. Nicht als Ersatz für Handwerk — sondern als Verstärker.

Was bleibt

Die Technologien wechseln, aber das Prinzip bleibt: Sauberer Code im Dienst der Menschen. Ob WordPress-Theme oder Nuxt-4-Applikation — der Qualitätsanspruch ist derselbe. Und die Fähigkeit, Technologie-Entscheide zu begründen, war in jeder Phase wertvoller als das Wissen über ein bestimmtes Framework.